24.10.2019

Steuerliche Fallstricke bei Betriebsaufspaltungen




Bei einer Betriebsaufspaltung kommt es zu einer Gewerbeinfizierung von Einkünften der Vermögensverwaltung, sowie zu einer Steuerverstrickung von privatem Vermögen bei einer Veräußerung.

Was ist eine Betriebsaufspaltung?

Eine Konstellation, bei der ein Unternehmenskonstrukt für steuerliche und haftungsrechtliche Zwecke in zwei Unternehmen geteilt wird.

Hierbei entstehen ein Besitzunternehmen (z. B. Vermietung eines Grundstücks, eines Markenrechts oder anderer Wirtschaftsgüter) und ein Betriebsunternehmen (z. B. der eigentliche Betrieb in Form einer GmbH).Bewirkt wird, dass eine vollumfängliche Besteuerung aller Einnahmen unter ertragsteuerlichen Gesichtspunkten und vor allem unter Berücksichtigung der Gewerbesteuer erfolgt. Dies geschieht durch eine Umqualifizierung der Einkunftsarten im Zuge der Betriebsaufspaltung (z. B. von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung hin zu Einkünften aus Gewerbebetrieb).

Voraussetzungen einer Betriebsaufspaltung:

1) Sachliche Verflechtung: Diese liegt vor, wenn das Besitzunternehmen dem Betriebsunternehmen eine wesentliche Betriebsgrundlage (z.B. ein Grundstück oder ein Markenrecht) überlässt. Was eine „wesentliche Betriebsgrundlage“ ist, ist eine Wertungsfrage und im Einzelfall zu bestimmen.

2) Personelle Verflechtung: Diese liegt vor, wenn die Gesellschafter des Besitzunternehmens und des Betriebsunternehmens identisch sind, oder diesen einen einheitlichen Betätigungswillen besitzen. In der Regel liegt dies vor, wenn eine Person an beiden Gesellschaften mehr als 50 % der Stimmrechte besitzt.

Welche steuerlichen Folgen resultieren aus der Betriebsaufspaltung?

1) Es resultiert eine Gewerbesteuerpflicht, da eine Umqualifizierung der Einkünfte des Besitzunternehmens zu gewerblichen Einkünften erfolgt.

2) Es erfolgt eine Umqualifizierung von Privatvermögen zu Betriebsvermögen. Die überlassenen Wirtschaftsgüter (z.B. Gebäude), sowie die Anteile am Betriebsunternehmen müssen in das Betriebsvermögen der Besitzgesellschaft eingelegt werden.

3) Die Veräußerung ist zeitlich unbegrenzt steuerpflichtig. Bei Verkauf der Wirtschaftsgüter des Besitzunternehmens sind die Haltefristen für einen steuerfreien Gewinn aus dem Privatvermögen (z. B. die zehnjährige Haltefrist bei Immobilien) nicht mehr anwendbar.

4) Eine ungewollte Auflösung der Betriebsaufspaltung kann hohe ertragsteuerliche Folgen nach sich ziehen (z. B. wenn nach einem Verkauf die personelle Verflechtung wegfällt).

5) Auch bei einer unentgeltlichen Überlassung von Räumlichkeiten aus dem Privatvermögen an die eigene Gesellschaft kann eine Betriebsaufspaltung vorliegen.

Wie kann eine Betriebsaufspaltung vermieden werden?

Es kann gezielt bei der Gesellschafterstruktur darauf geachtet werden, dass die personelle Verflechtung nicht erfüllt wird (z.B. durch Beteiligung von weiteren Personen). Die Beherrschungsidentität kann durch vertragliche Grundlagen unterbunden werden.

Gerne unterstützen wir Sie hierbei und beantworten Ihre Fragen zu dem Thema!


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